14. März 2017

Testbericht: Brother ScanNCut

An meinem Geburtstag habe ich mich entscheiden einen Plotter zu kaufen.

Der Wunsch kam nach dem Bloggerevent, welches bei der Nähwelt Flach am 07.01.17 statt fand.

Wir haben an dem Tag zwei tolle Workshops mitmachen dürfen und einen Vortrag über den Brother ScanNCut. Ich hatte vor diesem Tag so gar keine Ahnung von Plottern und für was man so ein Gerät gebrauchen kann, doch nach dem Vortrag war ich schon leicht hin und weg.

Ich habe mein gesamtes Geburtstagsgeld genommen und bin in die Nähwelt gefahren um mich beraten zu lassen. Es war von Anfang an klar dass es einer werden sollte, aber ich war noch unschlüssig welches Modell ich mir kaufen wollte.

Anfangs bin ich auch davon ausgegangen, dass die Modelle verschiedene Größen sind, wie bei der Silhouette, aber dies ist nicht so, es geht um die Features, diese sind verschieden.

Im nachfolgenden Bild sind die Unterschiede aufgelistet:

Quelle: naehwelt-flach.de
Ich habe mich nach längerer Beratung für den Brother ScanNCut CM900 entschieden. Ich wollte alles nutzen können und nicht nach kurzer Zeit feststellen, dass ich das ein oder andere Teil doch noch gebrauchen könnte.

Ich kaufte außerdem folgende Brother Produkte:
Brother Universal-Stifthalter 

Brother Schneidmesser für Tiefschnitte

Brother Silikonblätter für Stempel

Brother Halter für Schneidemesser für Tiefschnitte

Brother Scan Matte für Fotos

Die Nähwelt Flach bietet eine große Auswahl an Bügelfolien an: Metallic, Flex, Flock und sogar Glitzerfolien. Ich habe mich für zwei Flexfolien und ein paar Glitzerfolien enstchieden um den Plotter einzuweihen und zu testen. Außerdem habe ich BSN mitgenommen. BSN wird auf die Rückseite vom Stoff gebügelt, ähnlich wie Vliesofix, mit dem Unterschied dass BSN nach dem Aufbügeln auf dem Stoff nicht mit einem Applikationsstich umrandet werden muss.

Zu hause angekommen habe ich erst mal das riesengroße Paket ausgepackt und direkt mal das gute Stück an die Steckdose gehangen. Eine Kurzanleitung ist im Paket mit enhalten. Die ausführliche Anleitung ist auf einer beigelegten CD vorhanden. Auf der CD sind 4 PDF´s zu finden:
  • Benutzerhandbuch
  • Musterliste
  • WLan Beschreibung
  • Quilt Guide

Mein erstes Ziel war das Scannen. Ich habe mir vorab ein paar Bilder aus dem Internet runtergeladen und ausgedruckt.


Nun konnte der Spaß losgehen.

Scannen und malen:
Das Scannen hat bei fast alles Motiven sehr gut funktioniert wie man im nächsten Bild sehen kann. Man sollte beim Einscannen darauf achten, dass die Bilder eine bestimmte Strichstärke aufweisen. Um nicht gleich wie wild loszuschneiden, entschied ich mich die Motive erst einmal zu zeichnen um zu sehen ob der Plotter alles erkannt hat. Auf dem Display kann man das nämlich sehr schlecht erkennen.

erster Versuch

 Der Zweite Versuch war da schon viel besser :)

zweiter Versuch
Ich hab danach dann einfach mal alle eingescannten Bilder auf ein Blatt malen lassen, um zu sehen wie genau gescannt wurde.

Test

Mit dem Ergebnis war ich sehr zufrieden, jetzt ging es an´s Schneiden.

Flexfolie:
Ich entschied mich mit der Flexfolie anzufangen.
Bei der Flexfolie ist es wichtig dass das Motiv nicht zu filigran ist, Grund ist, dass das Schneidmesser die Teile beim Schneiden "mitgenommen" hat. Das war eigentlich nicht so geplant. So habe ich am Ende einen Negativabdruck gehabt, sieht auch schön aus, war aber eigentlich nicht das Ziel :)

Flexfolie


Glanzfolie:
Als nächstes habe ich eine Glanzfolie genommen und diese beplottert.


Achtung: Das Messer muss nicht komplett durch das komplette Material durch, sondern nur durch die obere Schichte, es wäre schön gewesen wenn solche Hinweise auf der Verpackung mit drauf stehen :) Ich habe für diesen Versuch zwei Designs aus dem Internet auf den Stick gespeichert und am Brother auf die richtige Größe gezogen.
Aus dem einen Design wurde ein Bild für einen Bilderrahmen

Bilderrahmen

und das Andere wurde in einer one hour basket verwendet.

One Hour Basket Detail

Die Folie ist super zu schneiden und auch filigrane Teile funktionieren wunderbar. Der Effekt ist einfach der Wahnsinn auf Stoff.

Glitzerfolie:
Auf der Liste stand als nächstes die Glitzerfolie. Ich hatte mich schon die ganze Zeit darauf gefreut die tolle Folie zu test und entschied mich für die Brosche von Sailor Chibimoon da es ein einfaches Motiv ist und auch in klein wirkt. Nach dem Ausschneiden, fing die Friemelarbeit an, alles zu entfernen was nicht von Nöten ist. Und da ist mir dann aufgefallen, dass Glitzerfolien aufgrund ihrer doch großen "Glitzerstücke" Probleme beim Schneiden hatte. Meine Brosche war zu filigran, die Linien waren zu dünn, sodass einige Stücke beim Friemeln verloren gingen, sehr schade, aber man lernt ja draus :)

Glitzerfolie pink

Ich entschied mich dann ein weiteres Motiv zu testen. Ich entschied mich für einen Spruch aus "Gilmore Girls", ich scannte ihn erst mal ein und schon konnte das Schneiden losgehen. Ich bin sehr zufrieden mit dem Endergebnis, es ist super geworden, habe aber bis jetzt noch keine Idee gehabt wo ich das gute Stück draufbügeln möchte.

Glitzerfolie orange
Papier:
Da ich ja ein großer Liebhaber von English Paper Piecing bin, ist es wichtig für mich auch Papier in bestimmten Formen zurecht zu schneiden und Schablonen zu erstellen. Da ich zu hause nur 80 g/m³ hatte, habe ich dieses verwendet, von Freundinnen habe ich aber auch schon gehört dass 160g/m³ sehr ergiebig ist. Ich habe meine Vorlagen einscannen lassen und dort bearbeitet. Das Papier habe ich auf die mittelstarke Matte geklebt und dann beschnitten. Die Standardmatte war zu "fest haftend" sodass das Papier gerissen wäre. Da ich nicht nur die Formen brauche sondern auch eine Schablone zum Zuschneiden, habe ich die Nahtzugabefunktion getestet und mit einem der Brother Stifte die Form nachgezogen. Hat super funktioniert, ich werde diese Funktion noch häufiger nutzen :)

Nahtzugabentest

Papier geschnitten


Stoff:
Zuletzt habe ich Stoff geschnitten :) hier habe ich den Stoff zuvor mit BSN präpariert und dann geschnitten. Ich habe hierfür ein Bild genommen das keine Kleinteile beinhaltet und das hat wunderbar fnktioniert. An einigen Stellen war das Messer nicht ganz durch aber das habe ich dann mit einer Schere beheben können. Durch die BSN Folie ist der Stoff nicht ausgefranst, einfach wunderbar :)

Stoff

Im weiteren Verlauf geht es um Dinge die mir aufgefallen sind, sowie einige Tipps rund um den Plotter

Display:
Das Display ist 4,8 " und groß genug um Bearbeitungen durchzuführen. Einziger Nachteil ist, dass man nach dem einscannen nicht sehen kann ob das komplette Bild eingescannt wurde. Ich mache da dann immer ein "Testzeichnen", da sieht man ganz gut ob irgendwas fehlt und ich muss nicht den Cutter benutzen.

USB Schnittstelle:
Es ist wichtig zu erwähnen, dass nicht alle USB-Sticks vom Plotter gelesen werden. Anbei eine PDF von Brother in der die USB Kompatibilitätsliste aufgeführt ist.

Speichern auf dem Plotter:
Das Speichern auf dem Plotter ist begrenzt. Ich habe jetzt ungefähr 30 Dateien darauf. Ich denke dass die Anzahl der Dateien von der jeweiligen Speichergröße abhängig ist. Also können es auch mal mehr, mal weniger Dateien sein.

Dateiformate:
Der Brother ScanNCut kann folgende Dateiformate lesen: .fcm und .svg

Bei dem Dateiformat PES ist es so, dass man die Datei vorher noch bearbeiten muss.
In dieser PDF von Faden-Zauber wird das sehr gut erklärt. 

Dateien vom Stick laden:
Wenn ihr eine Datei von eurem Stick ladet ein kleiner Tipp: wenn es große Datenmengen sind die der Plotter lesen muss, kann es auch mal etwas länger dauern, wenn er die Datei nicht lesen kann erscheint auch auf dem Bildschirm ein Hinweis.

Messereinstellungen:
Jedes Material hat eine eigene Einstellung was Schneidtiefe und -druck, Matte, Geschwindigkeit usw. angeht. In der Kurzanleitung sind 2 Tabellen abgebildet die diese Einstellungen beinhalten, als Tipp: Immer mit einer Zahl weniger schneiden als angegeben, meistens reicht das schon aus. Es kann auch sein, dass ihr mit noch weniger Tiefe und Druck arbeiten könnt. Leider ist jeder Plotter anders, das heißt ihr müsst bei jedem neuem Material einen Test machen bevor ihr euch vielleicht die Matte zerschneidet. Bei einem muss die Tiefe auf 3 stehen, beim anderen nur auf 1. Ein weiterer Tipp wenn ihr die Messeinstellung macht: Stellt das Messer auf maximal und dann erst auf eure gewünschte Zahl. Hier sieht man nämlich wie euer Messer eingestellt ist. Enige Messer sind schon maximal zugedreht bevor sie auf 12 stehen. Meins landet so bei 11,5.


Um sich nicht jede Einstellung im Kopf merken zu müssen empfiehlt es sich einen "Katalog" zu erstellen. Ich habe mir hierfür einen A5 Ringordner gekauft und karierte Blätter. Da es mir zu mühsam ist jede Seite immer wieder mit den selben Angaben zu beschreiben, habe ich in Word eine Datei erstellt die alle wichtigen Angaben bereit hält. Ich stelle euch diese hiermit gerne zur Verfügung als PDF.

Fazit:
Ich bin restlos begeistert vom Bother ScanNCut und bereue meinen Kauf nicht. Er schneidet sehr präzise und auch schnell (Geschwindigkeit ist einstellbar in 5 Stufen). Schön finde ich auch dass eine Zeit angegeben wird wie lange der Plot dauert. Meine ganzen Dateien die ich ausprobiert habe waren maximal in 4 Minuten geschnitten. Zudem finde ich es klasse dass ich das Gerät nicht an den Computer anschließen muss um zu plottern, sodass ich das Gerät auch mitnehmen könnte ohne groß Angst zu haben ob an dem Ort ein Computer ist. Die Schneidfläche ist groß genug um auch größere Motive zu schneiden. Falls man mal ein größeres Bild haben möchte gibt es auch extra Matten die in der Länge breiter sind. Die Scanfunktion ist eine tolle Funktion, so kommt man sehr schnell an eine Plotterdatei anstatt sie vielleicht vorher in einem Vektorprogramm eine Datei zu erstellen. Ich nutze diese Funktion sehr gerne, es lohnt sich also sich die Scanmatte direkt zum Plotter dazuzukaufen.

Ich hoffe dass meine Rezension euch geholfen hat euch vielleicht auch einen Plotter anzuschaffen.
Falls ihr Fragen habt könnt ihr mir gerne ein Kommentar hinterlassen.

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